Mit dem Projekt „Leben auf dem Land“ zum Reichstag nach Berlin

40 Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Nienburg/Weser erhalten einen kleinen Einblick in die Politik auf Bundesebene.

Bereits seit Ende 2017 beschäftigt sich der Arbeitskreis Offene Jugendarbeit mit der Vermittlung von politischer Bildung außerhalb des schulischen Kontextes. Das entwickelte Konzept basiert auf einem niederschwelligen, abwechslungsreichem und Lebensraumnahen Angebot. Insgesamt sieben Projekttage und eine Klausurtagung fanden bereits statt. Als vorerst letzter Themenblock stand der Einblick in die Bundespolitik, sowie der Vergleich zwischen Leben auf dem Land und Großstadt, an. Um dieses hautnah erleben und erfahren zu können, wurde eine fünftägige Bildungsfahrt nach Berlin geplant. Gemeinsam mit den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 19 Jahren wurde ein Programm ausgearbeitet. Hier spielten Mitbestimmung und demokratische Entscheidungen eine übergeordnete Rolle.

Es wurde ein sehr anspruchsvolles Programm von den Teilnehmenden gestaltet, von dem selbst die Pädagogen beeindruckt waren.

Beim zentralen Besuch des Bundestages wurde sich zunächst über die hohen Sicherheitsvorkehrungen gewundert und das riesige Gebäude bestaunt. Hierbei begleitete eine signifikante Frage das Gespräch und die anschließenden Führungen: „Ist Frau Merkel da und ist sie nett?“.

Leider konnten bei der vereinbarten Gesprächsrunde aus terminlichen Gründen die heimischen Bundestagsabgeordneten nicht angetroffen werden. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter stand den Jugendlichen jedoch für ihre gut vorbereiteten Fragen zur Verfügung. Interessant waren für die jungen Menschen Fragen wie: „Was halten sie von der Absenkung des Wahlalters?“, bis hin zu: „Welche Anreize sollen gegen Massentierhaltung geschaffen werden?“.

Im später besuchten Spionagemuseum wurden alle mit den modernen Möglichkeiten der Spionage konfrontiert. Was macht mein Smartphone eigentlich mit den Daten, die es von mir sammelt, auf welche Funktionen meines Smartphones, wie mein Mikrofon oder meine Kamera, können meine Apps zugreifen und weshalb hat eine Puppe mit dem Namen „My Friend Cayla“ eine Abhörfunktion? Diese Aspekte stimmten die Jugendlichen nachdenklich.

Weitere beeindruckende, kulturelle Stationen in Berlin bildeten der Flughafen Tempelhof, das Olympiastadion und eine Mauerführung. Auch außerhalb der Themenbezogenen Führungen war die Geschichte der geteilten Stadt konstant für die Kinder und Jugendlichen präsent.

Wie bei den vorrangegangenen Projekttagen besuchten die Teilnehmenden auch in Berlin ein Jugendzentrum, das Jugendhauses am Mauerpark. Hier erlebten die jungen Menschen eine ihnen sehr vertraute Atmosphäre. Im Vergleich zu ihren eigenen Jugendhäusern ist ihnen aufgefallen, dass viele unterschiedliche Angebote parallel stattfinden können.

Das Erleben der Großstadt sorgte für viel Gesprächsstoff. Neben den guten Verkehrsanbindungen, live Musik in den Straßen und der Vielfalt von Lebensformen nahmen die Kinder und Jugendlichen zudem aber auch den Lärmpegel, die Menschenmengen, die Obdachlosigkeit und den Müll wahr.

Mit vielen neuen Erfahrungen und dem Fazit „Das Leben auf dem Land ist doch schon ziemlich cool“, kehrten die 40 Kinder und Jugendlichen nach einer Woche aus Berlin zurück.

Die Projektfahrt wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! An diesem Projekt beteiligen sich die Jugendzentren und -häuser aus Heemsen, Hoya, Langendamm, Loccum, Steyerberg, Stolzenau/ Leese, sowie der Fachdienst Jugendarbeit und Sport des Landkreises Nienburg und der Kreisjugendring.

 

 

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